Immobilien als Kapitalanlage rechnen: Ab welcher Mietrendite trägt sich eine Eigentumswohnung von selbst?

Veröffentlicht am März 15, 2024

Eine sich selbst tragende Immobilie ist das Ergebnis einer kalten Kalkulation, bei der die Nettomietrendite nach Steuern über dem Kreditzins liegt.

  • Die Bruttomietrendite in Exposés ist irreführend; erst die Berücksichtigung aller nicht umlagefähigen Kosten und Kaufnebenkosten offenbart die wahre Rentabilität.
  • Die steuerliche Abschreibung (AfA) ist ein entscheidender Hebel, der den Cashflow erhöht, indem er die Steuerlast auf Ihr Arbeitseinkommen senkt.
  • Die Eigenkapitalrendite, nicht die Mietrendite, ist die wichtigste Kennzahl, da sie den Hebeleffekt des Fremdkapitals (Leverage-Effekt) abbildet.

Empfehlung: Behandeln Sie jede potenzielle Kapitalanlage wie ein Unternehmen. Erstellen Sie eine präzise Bilanz aller Kosten und Einnahmen, bevor Sie eine Kaufentscheidung treffen.

Die Vorstellung ist verlockend: Eine Eigentumswohnung erwerben, die ihre eigene Finanzierung durch Mieteinnahmen deckt und im Idealfall sogar einen monatlichen Überschuss generiert. Viele Kapitalanleger träumen von diesem passiven Einkommensstrom, der langfristig Vermögen aufbaut. Doch der Weg zur sich selbst tragenden Immobilie ist oft steiniger, als es Hochglanz-Exposés und simple Online-Rechner suggerieren. Die zentrale Frage ist nicht nur, ob die Miete die Kreditrate deckt, sondern ob die Immobilie als Gesamtunternehmen rentabel ist.

Die meisten Berechnungen scheitern an einer oberflächlichen Betrachtung. Sie fokussieren sich auf die Bruttomietrendite und ignorieren dabei entscheidende Faktoren wie nicht umlagefähige Nebenkosten, Instandhaltungsrücklagen, das Mietausfallrisiko und vor allem die massive Wirkung der Kaufnebenkosten. Eine Immobilie, die sich auf dem Papier rechnet, kann in der Realität schnell zu einem Verlustgeschäft werden. Der Schlüssel zum Erfolg liegt in einer unbarmherzig ehrlichen Kalkulation, die jede einzelne Kostenposition erfasst und bewertet.

Doch die Wahrheit liegt tiefer. Es geht nicht nur darum, Kosten zu verwalten, sondern darum, die verborgenen Hebel zu verstehen und zu nutzen. Was, wenn die wahre Magie nicht in der Mieteinnahme selbst liegt, sondern in der Art und Weise, wie das deutsche Steuersystem Investitionen belohnt? Die Abschreibung für Abnutzung (AfA) ist ein solcher Hebel – ein mächtiges Instrument, das den Cashflow einer Immobilie entscheidend verbessern kann, indem es Ihre persönliche Steuerlast auf Ihr reguläres Einkommen senkt. Dieser Artikel behandelt Ihre Investition nicht als Wohnraum, sondern als ein Unternehmen, dessen Bilanz stimmen muss. Wir führen Sie durch die notwendigen Kalkulationsschritte, um von der geschönten Bruttorendite zur wahren, aussagekräftigen Nettorendite nach Steuern zu gelangen.

Um die Rentabilität einer Immobilie als Kapitalanlage präzise zu bewerten, ist eine strukturierte Analyse unerlässlich. Dieser Leitfaden zerlegt den Prozess in seine entscheidenden Bestandteile, von der ersten Kostenaufstellung bis zur finalen Steueroptimierung.

Warum Mietüberschuss nicht gleich Gewinn ist: Miete, Rate und Hausgeld richtig saldieren

Der erste Denkfehler vieler angehender Investoren ist die simple Gleichung: Kaltmiete minus Kreditrate ergibt den monatlichen Gewinn. Diese Rechnung ist nicht nur unvollständig, sie ist gefährlich. Der wahre Cashflow einer Immobilie wird erst sichtbar, wenn alle Kosten, insbesondere die nicht umlagefähigen Bestandteile des Hausgeldes, in die Kalkulation einfließen. Das Hausgeld, das an die Hausverwaltung gezahlt wird, enthält zwar umlagefähige Posten wie Müllabfuhr oder Hausmeisterdienste, aber eben auch solche, die Sie als Eigentümer selbst tragen müssen.

Dazu gehören vor allem die Instandhaltungsrücklage, die als Sparpolster für zukünftige Sanierungen dient, und die Verwaltergebühren. Diese beiden Positionen können die Rentabilität erheblich schmälern. Eine sorgfältige Analyse der letzten Hausgeldabrechnungen und der Protokolle der Eigentümerversammlungen ist daher unerlässlich, um die „Kostenwahrheit“ zu ermitteln. Nur wenn die monatlichen Mieteinnahmen die Summe aus Kreditrate (Zins und Tilgung) und den nicht umlagefähigen Kosten übersteigen, erwirtschaftet die Immobilie einen positiven operativen Cashflow.

Experten raten dazu, eine anfängliche Bruttorendite als groben Indikator zu nutzen. Laut Baufi24 Renditerechner gilt eine Bruttomietrendite von 4% oder mehr als ein Wert, bei dem eine Immobilie wirtschaftlich vorteilhaft sein kann. Dies ist jedoch nur der Ausgangspunkt für die detaillierte Nettokalkulation, die alle versteckten Kosten berücksichtigt.

Ihr Aktionsplan zur Kostenwahrheit: Die entscheidenden Punkte

  1. Kosten für die Hausverwaltung berechnen: Prüfen Sie die Höhe der Verwaltergebühren im Wirtschaftsplan und den Protokollen.
  2. Instandhaltungsrücklage als feste Position einplanen: Analysieren Sie die Höhe der monatlichen Zuführung und prüfen Sie den aktuellen Stand der Rücklage.
  3. Verwaltergebühren separat vom Hausgeld kalkulieren: Trennen Sie diese als nicht umlagefähige Kosten in Ihrer Rechnung.
  4. Bankgebühren für Immobilienfinanzierung berücksichtigen: Planen Sie die Kosten für das separate Mietkonto und eventuelle Finanzierungsgebühren ein.
  5. Sonderumlagen in der Wirtschaftsplan-Analyse identifizieren: Suchen Sie in den Protokollen der Eigentümerversammlungen nach beschlossenen oder diskutierten Sonderumlagen für größere Sanierungen.

Wie finden Sie Lagen mit Potenzial, bevor die Preise dort explodieren (C-Lagen)?

Das Mantra „Lage, Lage, Lage“ führt viele Investoren ausschließlich in teure A-Städte wie München oder Hamburg. Dort sind die Kaufpreise jedoch oft so hoch, dass eine positive Mietrendite kaum noch zu erzielen ist. Die wahre Chance für Kapitalanleger liegt oft in der gezielten „Standort-Arbitrage“: dem Aufspüren von unterbewerteten Märkten, insbesondere in B- und C-Lagen. Dies sind Städte und Regionen, die nicht im primären Fokus der breiten Masse stehen, aber ein hohes Entwicklungspotenzial aufweisen.

Um solche Lagen zu identifizieren, müssen Sie Detektivarbeit leisten. Analysieren Sie Indikatoren für zukünftiges Wachstum: Gibt es große Infrastrukturprojekte? Siedeln sich neue, große Arbeitgeber an? Steigt die Bevölkerungszahl? Positive Entwicklungen auf dem Arbeitsmarkt, ein Ausbau der Verkehrsanbindung oder die Ansiedlung von Universitäten können Vorboten für steigende Mieten und Immobilienwerte sein. In solchen aufstrebenden Regionen lassen sich oft noch Objekte finden, bei denen die Mieteinnahmen die Kosten deutlich übersteigen. So können laut Immocation in Dessau-Roßlau Renditen von bis zu 9,6% erzielt werden, ein Wert, der in A-Lagen utopisch ist.

Dieses Vorgehen erfordert mehr Recherche, belohnt aber mit einem entscheidenden Vorteil: Sie kaufen das Potenzial von morgen zum Preis von heute. Anstatt auf einen bereits überhitzten Zug aufzuspringen, positionieren Sie sich dort, wo der Wertzuwachs erst noch bevorsteht.

Aufstrebendes Wohnviertel am Stadtrand mit Entwicklungspotential und guter Verkehrsanbindung

Wie die Abbildung zeigt, sind es oft die unscheinbaren Viertel am Rande der Ballungszentren oder in aufstrebenden Mittelstädten, die das größte Potenzial für eine positive Wertentwicklung bieten. Eine gute Anbindung und sichtbare Bautätigkeit sind starke Signale für ein solches Wachstum.

Die Lüge im Exposé: Wie Sie von der geschönten Bruttorendite zur wahren Nettorendite kommen

Die Bruttomietrendite ist das Lieblingsinstrument von Immobilienverkäufern. Sie ist einfach zu berechnen (Jahreskaltmiete geteilt durch den Kaufpreis) und sieht auf dem Papier meistens gut aus. Doch diese Kennzahl ist eine gefährliche Halbwahrheit – die „Rendite-Lüge“. Sie ignoriert zwei der größten Kostenblöcke: die Kaufnebenkosten und die nicht umlagefähigen Bewirtschaftungskosten. Die wahre Rentabilität Ihrer Investition zeigt erst die Nettomietrendite.

Für die Berechnung der Nettomietrendite müssen Sie vom Jahresreinertrag (Jahreskaltmiete abzüglich aller nicht umlagefähigen Kosten und einer fiktiven Instandhaltungsrücklage) ausgehen. Dieser Betrag wird dann ins Verhältnis zum Gesamtinvestitionsvolumen gesetzt – also dem Kaufpreis zuzüglich aller Kaufnebenkosten (Grunderwerbsteuer, Notar, Grundbuch, Makler). Der Unterschied ist oft dramatisch und kann aus einer scheinbar rentablen Investition ein Verlustgeschäft machen.

Um diese „Rendite-Lüge“ zu entlarven, ist eine akribische Prüfung der Dokumente vor dem Kauf unerlässlich. Fordern Sie die letzten drei Hausgeldabrechnungen, die Protokolle der Eigentümerversammlungen und die Teilungserklärung an. Nur so können Sie die tatsächlichen, nicht umlagefähigen Kosten identifizieren und eine realistische Nettorendite kalkulieren.

Die folgende Gegenüberstellung verdeutlicht, wie stark die Realität von der geschönten Darstellung abweichen kann, basierend auf einer vergleichenden Analyse von Interhyp.

Bruttomietrendite vs. Nettomietrendite – Reale Unterschiede
Kennzahl Berechnungsgrundlage Beispielwert (250.000€ Objekt)
Bruttomietrendite Nur Jahresmiete / Kaufpreis 4,32%
Nettomietrendite Mit Kaufnebenkosten und Bewirtschaftung 2,78%
Reale Differenz Geschönte vs. wahre Rendite -1,54 Prozentpunkte

Die Gefahr des Mietausfalls: Wie schützen Sie Ihre Kalkulation vor schlechten Mietern?

Die solideste Kalkulation kann ins Wanken geraten, wenn der wichtigste Faktor ausfällt: die Miete. Ein Mietausfall, sei es durch Leerstand zwischen zwei Mietverhältnissen oder durch einen zahlungsunwilligen Mieter („Mietnomade“), stellt das größte operative Risiko für einen Immobilieninvestor dar. Eine sich selbst tragende Immobilie kann durch wenige Monate ohne Einnahmen schnell zu einer finanziellen Belastung werden. Daher muss ein Mietausfallwagnis als fester Kostenpunkt in jede seriöse Renditeberechnung einfließen.

Als Faustregel kalkulieren konservative Investoren mit 2% bis 4% der Jahreskaltmiete als Puffer für möglichen Leerstand. In Lagen mit hohem Mietpotenzial, wie sie oft in Ost- und Mitteldeutschland zu finden sind, ist das Risiko paradoxerweise oft höher. Experten weisen darauf hin, dass trotz hoher Renditen von bis zu 8% oft auch ein erhöhtes Leerstandsrisiko besteht, da die Nachfrage volatiler sein kann. Prävention ist hier der beste Schutz. Eine rigorose und AGG-konforme Mieterprüfung ist unerlässlich, um das Risiko von Zahlungsausfällen zu minimieren.

Dazu gehört die systematische Anforderung aller relevanten Dokumente. Eine SCHUFA-Auskunft mit einem Score von über 95% ist eine Grundvoraussetzung. Zusätzlich sollten Sie immer die letzten drei Gehaltsnachweise und eine Mietschuldenfreiheitsbescheinigung des Vorvermieters verlangen. Eine Bestätigung des Arbeitgebers über ein unbefristetes Arbeitsverhältnis gibt weitere Sicherheit. All diese Maßnahmen, verpackt in eine rechtssichere persönliche Selbstauskunft, bilden Ihr Schutzschild gegen unzuverlässige Mieter und sichern die Stabilität Ihrer „Immobilien-Bilanz“.

Wie nutzen Sie die Abschreibung, um steuerfreie Gewinne aus Ihrem Arbeitseinkommen zu generieren?

Einer der mächtigsten, aber oft missverstandenen Hebel für Immobilieninvestoren ist die Abschreibung für Abnutzung (AfA). Dieses Instrument verwandelt Ihre Investition in einen regelrechten „Cashflow-Motor“, indem es Ihre Steuerlast auf Ihr reguläres Arbeitseinkommen senkt. Die Logik dahinter: Das Finanzamt erlaubt Ihnen, den Wert des Gebäudes (nicht des Grundstücks!) über eine bestimmte Nutzungsdauer steuerlich abzuschreiben. Dieser fiktive „Verlust“ mindert Ihre zu versteuernden Mieteinnahmen und kann sogar zu einem steuerlichen Verlust aus Vermietung und Verpachtung führen.

Das Geniale daran: Dieser steuerliche Verlust kann mit Ihren positiven Einkünften aus nichtselbstständiger Arbeit verrechnet werden. Das Ergebnis ist eine direkte Steuererstattung vom Finanzamt. Sie zahlen also weniger Einkommensteuer auf Ihr Gehalt, weil Sie eine Immobilie besitzen. Dieser zusätzliche Cashflow aus der Steuerersparnis kann den Unterschied zwischen einer sich knapp tragenden und einer hochprofitablen Investition ausmachen. Für nach 1924 erbaute Immobilien beträgt die lineare AfA in der Regel 2% pro Jahr. Bei einem Gebäudewert von 200.000 Euro können Sie also jährlich 4.000 Euro als fiktive Ausgabe geltend machen.

Dieser Effekt ist kein „Steuerschlupfloch“, sondern ein staatlich gewollter Anreiz, um Investitionen in den Wohnungsbau zu fördern. Für Sie als Kapitalanleger ist es ein entscheidendes Werkzeug zur Optimierung Ihrer Gesamtrentabilität.

Fallbeispiel: Steuerersparnis durch AfA

Ein Angestellter mit einem Grenzsteuersatz von 42% erwirbt eine Wohnung, für die er eine jährliche AfA von 4.000 Euro geltend machen kann. Diese 4.000 Euro reduzieren sein zu versteuerndes Einkommen. Die direkte Steuerersparnis beträgt 4.000 Euro * 42% = 1.680 Euro pro Jahr. Das sind 140 Euro zusätzlicher, steuerfreier Cashflow pro Monat, der direkt aus der Steuererstattung resultiert und die Liquidität der Immobilieninvestition erheblich verbessert.

Warum zahlen Sie in Schleswig-Holstein mehr Kaufnebenkosten als in Bayern?

Die Kaufnebenkosten sind der „stille Killer“ jeder Renditeberechnung. Während viele Investoren auf den Kaufpreis fokussieren, kann die Summe aus Grunderwerbsteuer, Notargebühren und Grundbuchkosten die Gesamtinvestition um 10-15% in die Höhe treiben. Der entscheidende Faktor dabei ist die Grunderwerbsteuer, denn sie ist in Deutschland nicht einheitlich geregelt, sondern wird von jedem Bundesland individuell festgelegt. Dies führt zu erheblichen regionalen Unterschieden, die Ihre Kalkulation maßgeblich beeinflussen.

Ein Investor in Bayern profitiert vom bundesweit niedrigsten Satz, während ein Käufer in Schleswig-Holstein, Brandenburg oder Nordrhein-Westfalen fast das Doppelte entrichten muss. Bei einem Kaufpreis von 400.000 Euro beträgt dieser Unterschied allein bei der Grunderwerbsteuer 12.000 Euro. Dieses Geld muss zusätzlich zum Eigenkapital aufgebracht werden und schmälert von Anfang an die Eigenkapitalrendite. Die Grunderwerbsteuer variiert in Deutschland zwischen 3,5% bis 6,5%, was die Wahl des Standortes auch aus steuerlicher Sicht zu einer strategischen Entscheidung macht.

Die folgende Übersicht von Statista zeigt die aktuellen Sätze und deren finanzielle Auswirkung am Beispiel eines 400.000-Euro-Kaufs. Thüringen hat seinen Satz Anfang 2024 beispielsweise von 6,5% auf 5,0% gesenkt, was die Dynamik in diesem Bereich unterstreicht.

Grunderwerbsteuer-Übersicht ausgewählter Bundesländer 2024
Bundesland Grunderwerbsteuer Kosten bei 400.000€
Bayern 3,5% 14.000€
Sachsen 5,5% 22.000€
Baden-Württemberg 5,0% 20.000€
NRW, Brandenburg, Schleswig-Holstein 6,5% 26.000€
Thüringen (gesenkt 2024) 5,0% 20.000€

Das Wichtigste in Kürze

  • Eine sich selbst tragende Immobilie erfordert, dass die Nettomieteinnahmen (nach Abzug aller nicht umlagefähigen Kosten) die Kreditrate übersteigen.
  • Die Nettomietrendite, die Kaufnebenkosten und Bewirtschaftungskosten einbezieht, ist die einzig wahre Kennzahl zur Beurteilung der Rentabilität – nicht die Bruttorendite.
  • Steuerliche Abschreibungen (AfA) sind ein entscheidender Hebel, um den monatlichen Cashflow durch Steuererstattungen auf das Haupteinkommen signifikant zu erhöhen.

Bruttomietrendite vs. Eigenkapitalrendite nach Steuer: Welche Zahl zählt wirklich?

Für einen reinen Kapitalanleger ist selbst die Nettomietrendite nicht die finale Kennzahl. Die entscheidende Frage lautet: Wie hoch ist die Verzinsung meines tatsächlich eingesetzten Kapitals? Hier kommt die Eigenkapitalrendite ins Spiel. Sie misst den Jahresreinertrag (nach Kosten und Steuern) im Verhältnis zum eingesetzten Eigenkapital (Kaufnebenkosten plus Anzahlung). Diese Kennzahl offenbart die wahre Effizienz Ihrer Investition und die Macht des Fremdkapitalhebels (Leverage-Effekt).

Der Leverage-Effekt tritt ein, wenn die Gesamtrendite der Immobilie (Nettomietrendite plus Wertsteigerung) höher ist als der Zinssatz für Ihren Immobilienkredit. In diesem Fall „hebelt“ das günstige Fremdkapital die Rendite auf Ihr eigenes Kapital nach oben. Sie verdienen quasi Geld mit dem Geld der Bank. Umgekehrt kann der Hebel auch negativ wirken, wenn die Finanzierungskosten die Immobilienrendite übersteigen. Als grobe Orientierung dient oft der Mietpreismultiplikator. Wie Finanztip erklärt, entspricht ein Multiplikator von 20 einer Bruttomietrendite von 5%, was oft als günstiger Einstiegswert gilt. Je niedriger der Multiplikator, desto höher die anfängliche Bruttorendite.

Diese Perspektive verschiebt den Fokus: Es geht nicht mehr nur darum, eine „gute Immobilie“ zu finden, sondern darum, die profitabelste Verwendung für Ihr Eigenkapital zu identifizieren. Eine Immobilie mit einer moderaten Nettomietrendite von 3%, aber einem hohen Fremdkapitalanteil, kann eine weitaus höhere Eigenkapitalrendite erzielen als eine vollbezahlte Immobilie mit 5% Nettomietrendite. Wie die Experten der Sparkasse betonen, ist dieser Hebel entscheidend:

Die Eigenkapitalrendite kann deutlich höher als die Mietrendite ausfallen – vor allem dann, wenn Sie nur wenig Eigenkapital einsetzen und trotzdem hohe Mieteinnahmen erzielen.

– Sparkassen-Immobilienexperten, Sparkasse Mietrendite-Ratgeber

Steuerlast senken als Arbeitnehmer: Welche privaten Ausgaben akzeptiert das deutsche Finanzamt ohne Belege?

Neben der zentralen Abschreibung (AfA) gibt es eine Reihe weiterer Ausgaben im Zusammenhang mit Ihrer vermieteten Immobilie, die Sie als Werbungskosten steuerlich geltend machen können. Diese mindern Ihre steuerpflichtigen Mieteinnahmen weiter und optimieren so Ihren Cashflow. Das deutsche Steuerrecht erkennt hierbei viele Posten an, für einige akzeptiert das Finanzamt sogar Pauschalen ohne die Notwendigkeit von Einzelbelegen. Dies vereinfacht die Steuererklärung erheblich.

Ein klassisches Beispiel ist die Kontoführungspauschale. Für ein separates Konto, über das Sie die Mieteinnahmen und Ausgaben verwalten, können Sie pauschal 16 Euro pro Jahr ansetzen. Ebenso können Sie für Fahrten zu Ihrer Immobilie – sei es für Besichtigungen, Eigentümerversammlungen oder zur Kontrolle – die Kilometerpauschale von 0,30 Euro pro gefahrenem Kilometer (0,38 Euro ab dem 21. Kilometer) geltend machen. Führen Sie hierzu ein einfaches Fahrtenbuch.

Auch Ausgaben für Fachliteratur, Software zur Verwaltung oder Fortbildungen im Immobilienbereich sind absetzbar. Wenn Sie mehrere Objekte verwalten und dafür ein häusliches Arbeitszimmer nutzen, kann unter Umständen auch hierfür eine Pauschale angesetzt werden. Die konsequente Nutzung dieser Möglichkeiten ist ein wichtiger Bestandteil der „Immobilien-Bilanz“. Sie stellen sicher, dass Sie alle legalen Mittel ausschöpfen, um Ihre Steuerlast zu senken und die Gesamtrentabilität Ihrer Kapitalanlage zu maximieren.

Der Weg zur sich selbst tragenden Immobilie ist eine Frage der präzisen Kalkulation, nicht des Glücks. Beginnen Sie noch heute damit, Ihre nächste potenzielle Investition wie ein professioneller Investor zu analysieren und eine belastbare Entscheidungsgrundlage zu schaffen.

Geschrieben von Thomas Weber, Diplom-Immobilienwirt (DIA) und Sachverständiger für Immobilienbewertung. Experte für den Immobilienkauf, Kaufvertragsprüfung und Renditeberechnung in A- bis C-Lagen.